Das österreichische Bildungssystem: Aufbau und Weiterbildungswege

Das österreichische Bildungssystem ist vielfältig, durchlässig und manchmal auch verwirrend. Wer sich weiterbilden will, hat zahlreiche Optionen – aber welche ist die richtige? Dieser Überblick hilft bei der Orientierung.

Grundstruktur

Das österreichische Bildungssystem: Aufbau und Weiterbildungswege

Das österreichische Bildungssystem gliedert sich in Pflichtschule (9 Jahre), weiterführende Schulen (AHS, BHS, BMS), berufliche Ausbildung (Lehre), Fachhochschulen und Universitäten. Dazu kommt ein umfangreiches Erwachsenenbildungssystem mit WIFI, BFI, Volkshochschulen und privaten Anbietern.

Weiterführende Schulen

AHS (Allgemeinbildende Höhere Schule)

Das Gymnasium. 8 Jahre, Abschluss mit Matura (Reifeprüfung). Berechtigt zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen.

BHS (Berufsbildende Höhere Schule)

HTL (Technik), HAK (Wirtschaft), HLW (Wirtschaft und Soziales), HBLA (verschiedene Fachrichtungen). 5 Jahre, Abschluss mit Matura und Berufsqualifikation. Die HTL-Matura berechtigt nach dreijähriger Praxis zum Titel 'Ingenieur'.

BMS (Berufsbildende Mittlere Schule)

Handelsschule (HAS), Fachschule. 3-4 Jahre, Abschluss ohne Matura. Berechtigt zur Berufsausübung im erlernten Fach.

Berufliche Bildung

Lehre (duale Ausbildung)

Die Lehre kombiniert praktische Ausbildung im Betrieb mit theoretischer Bildung in der Berufsschule. 2-4 Jahre, Abschluss mit Lehrabschlussprüfung (LAP). Über 200 Lehrberufe stehen zur Wahl. Die Lehre mit Matura ermöglicht den gleichzeitigen Erwerb der Reifeprüfung.

Meisterprüfung

Die Meisterprüfung ist die höchste berufliche Qualifikation und auf NQR-Stufe 6 dem Bachelor gleichgestellt.

Hochschulbildung

Das österreichische Bildungssystem: Aufbau und Weiterbildungswege - illustration

Fachhochschulen

22 Fachhochschulen bieten praxisnahe Studiengänge an – viele davon berufsbegleitend. Bachelor (6 Semester), Master (4 Semester). Besonders beliebt für berufsbegleitendes Studieren.

Universitäten

22 öffentliche Universitäten und 17 Privatuniversitäten bieten das volle akademische Spektrum. Bachelor-Master-Doktorat-System (Bologna).

Erwachsenenbildung

Die WIFI-Kurse, BFI-Ausbildungen, Volkshochschulen und die Universität für Weiterbildung Krems bieten lebenslanges Lernen für jedes Alter und jeden Bildungshintergrund.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich ohne Matura studieren?

Ja, über die Berufsreifeprüfung, die Studienberechtigungsprüfung oder einschlägige Berufserfahrung (an manchen FHs).

Was ist der Unterschied zwischen FH und Universität?

FHs sind praxisorientiert, haben feste Studienpläne und kleinere Gruppen. Universitäten bieten mehr Forschungsnähe, akademische Freiheit und ein breiteres Fächerspektrum. Mehr dazu im Artikel FH vs. Universität.

Ist die Lehre ein Auslaufmodell?

Im Gegenteil. Die Lehre ist in Österreich nach wie vor ein hoch geschätzter Ausbildungsweg – und Fachkräfte mit Lehrabschluss sind am Arbeitsmarkt extrem gefragt.

Lesen Sie auch

← Zurück zum Ratgeber

Nützliche Online-Rechner