Fernstudium in Österreich: Anbieter im Vergleich 2026
Ein Studium neben dem Vollzeitjob — vor zehn Jahren war das fast unmöglich. Heute geht es dank Fernstudium bequem vom Sofa aus. Aber welcher Anbieter passt zu dir? Die Unterschiede bei Kosten, Anerkennung und Betreuung sind erheblich.
Die wichtigsten Fernstudium-Anbieter für Österreich
| Anbieter | Sitz | Abschlüsse | Kosten/Semester | Anerkennung in AT |
|---|---|---|---|---|
| FernFH (Ferdinand Porsche) | Wr. Neustadt, AT | Bachelor, Master | 363 € | Voll anerkannt (österr. FH) |
| JKU Linz (LIT) | Linz, AT | Bachelor, Master | 363 € | Voll anerkannt (Uni) |
| FernUniversität Hagen | Hagen, DE | Bachelor, Master | ca. 300–600 € | Anerkannt (Nostrifizierung ev. nötig) |
| IU Internationale Hochschule | Erfurt, DE | Bachelor, Master, MBA | ab 209 €/Monat | Anerkannt (deutsche Akkreditierung) |
| WINGS (HS Wismar) | Wismar, DE | Bachelor, Master, MBA | ab 250 €/Monat | Anerkannt |
| Open University | Milton Keynes, UK | Bachelor, Master | ab 6.000 €/Jahr | Anerkannt (internationales Renommee) |
Österreichische Anbieter: Die naheliegende Wahl
FernFH (Ferdinand Porsche FernFH)
Die einzige reine Fernfachhochschule Österreichs. Vorteil: Österreichischer Abschluss, keine Nostrifizierung nötig, günstig (nur ÖH-Beitrag + Studienbeitrag). Nachteil: Limitiertes Studienangebot (Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaft, Aging Services).
JKU Linz
Die JKU hat ihr LIT-Programm für digitales Lernen stark ausgebaut. Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und ausgewählte MINT-Fächer sind als Fernstudium möglich. Volle universitäre Anerkennung, und die Kosten beschränken sich auf den Studienbeitrag.
Deutsche Anbieter: Breite Auswahl, Anerkennung prüfen
Die meisten Fernstudierenden in Österreich nutzen deutsche Anbieter — einfach, weil die Auswahl riesig ist. Die IU allein bietet über 200 Studiengänge. Aber Vorsicht:
- Deutsche Bachelor- und Master-Abschlüsse werden in Österreich grundsätzlich anerkannt (Bologna-System)
- Für reglementierte Berufe (Lehrer, Arzt, Anwalt) kann eine Nostrifizierung nötig sein
- Kosten sind oft höher als bei österreichischen Anbietern
Worauf man beim Fernstudium achten muss
- Akkreditierung prüfen — Nur akkreditierte Hochschulen vergeben anerkannte Abschlüsse. In Österreich: AQ Austria. In Deutschland: Akkreditierungsrat.
- Präsenzpflichten klären — Manche "Fernstudiengänge" verlangen trotzdem Präsenzphasen. Wenn der nächste Standort in Deutschland liegt, wird das zum Pendelproblem.
- Kosten durchrechnen — Die IU wirbt mit "ab 209 €/Monat", aber über 3 Jahre sind das 7.500 Euro. Die FernFH kostet für den gesamten Bachelor unter 2.500 Euro.
- Betreuung testen — Ein kostenloses Probestudium oder ein Schnuppermonat zeigt, wie die Betreuung wirklich funktioniert.
- Arbeitsaufwand realistisch einschätzen — 15–25 Stunden pro Woche neben dem Vollzeitjob. Über mehrere Jahre. Das ist machbar, aber nicht nebenbei.
Förderung für Fernstudien
Auch Fernstudien sind förderfähig:
- Bildungskarenz — Perfekt für Fernstudium, wenn man mindestens 20h/Woche nachweisen kann. Details: Bildungskarenz Guide
- Selbsterhalterstipendium — Für Studierende, die mindestens 4 Jahre gearbeitet haben
- Steuerlich absetzbar — Studiengebühren als Werbungskosten
- Landesförderungen — Je nach Bundesland, siehe Förderungen Übersicht
FAQ: Fernstudium Österreich
Wird ein deutsches Fernstudium in Österreich anerkannt?
Im Bologna-System grundsätzlich ja. Bachelor ist Bachelor. Für reglementierte Berufe ist eine gesonderte Prüfung nötig. Im privatwirtschaftlichen Bereich spielt der Studienort selten eine Rolle — der Abschluss zählt.
Kann ich Fernstudium und Vollzeitjob wirklich kombinieren?
Ja, aber mit realistischen Erwartungen. Ein Semester dauert dann oft länger, und soziale Aktivitäten leiden. Die Abbrecherquote im Fernstudium liegt bei ca. 60–70 % — nicht aus Unfähigkeit, sondern aus Zeitnot.
Welches Fernstudium hat die beste Reputation?
In Österreich: FernFH und JKU. International: Open University. Aus Deutschland: FernUni Hagen (die größte) und IU (die bekannteste im DACH-Raum).
AMS-Kurse als Alternative: AMS Kursangebot 2026. Digitale Kompetenzen aufbauen: IT-Kurse Österreich.