Bewerbung in Österreich: Lebenslauf, Anschreiben und Besonderheiten

Wer sich in Österreich bewirbt, merkt schnell: Es gibt Unterschiede zu Deutschland. Das Bewerbungsfoto ist Standard, der Lebenslauf ist tabellarisch, und die Gehaltsangabe im Inserat ist seit 2011 gesetzlich verpflichtend (zumindest das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag). Hier sind die wichtigsten Besonderheiten.

Der österreichische Lebenslauf

Bewerbung in Österreich: Lebenslauf, Anschreiben und Besonderheiten

Der Lebenslauf in Österreich ist tabellarisch, chronologisch (neueste Position zuerst) und umfasst in der Regel zwei Seiten. Standardinhalte:

  • Foto: In Österreich nach wie vor üblich und erwartet. Professionelles Bewerbungsfoto, keine Selfies
  • Persönliche Daten: Name, Adresse, Telefon, E-Mail, Geburtsdatum, Staatsbürgerschaft
  • Berufserfahrung: Neueste Position zuerst, mit Tätigkeitsbeschreibung
  • Ausbildung: Höchste Ausbildung zuerst, inklusive Weiterbildungen
  • Kenntnisse: Sprachen (mit Niveau), IT-Skills, Zertifizierungen
  • Weiterbildungen: Hier punkten WIFI-Diplome, IPMA-Zertifizierungen und FH-Abschlüsse besonders

Weiterbildungen im Lebenslauf

Absolvierte Weiterbildungen gehören prominent in den Lebenslauf – sie zeigen Eigeninitiative und Lernbereitschaft. Ein WIFI-Diplom, eine IPMA-Zertifizierung oder ein Bilanzbuchhalter-Kurs kann den Unterschied zwischen Einladung und Absage machen.

Formatieren Sie Weiterbildungen als eigenen Abschnitt oder integrieren Sie sie in die Ausbildung – je nachdem, wie relevant sie für die Stelle sind. Bei einem Quereinstieg sollten die Weiterbildungen ganz oben stehen.

Das Bewerbungsschreiben

In Österreich heißt es Bewerbungsschreiben, nicht Motivationsschreiben (das gibt es separat für Studienplätze). Eine Seite, drei bis vier Absätze:

  1. Einstieg: Warum diese Stelle, warum dieses Unternehmen?
  2. Qualifikation: Was bringen Sie mit? Bezug zum Inserat
  3. Mehrwert: Was gewinnt das Unternehmen durch Sie?
  4. Abschluss: Gesprächswunsch, Verfügbarkeit

Gehaltsangabe im Inserat

Bewerbung in Österreich: Lebenslauf, Anschreiben und Besonderheiten - illustration

Seit dem Gleichbehandlungsgesetz 2011 müssen österreichische Arbeitgeber das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag im Inserat angeben. Die Formulierung lautet oft: 'Für diese Position bieten wir ein Mindestgehalt von X Euro brutto/Monat mit Bereitschaft zur Überzahlung bei entsprechender Qualifikation.' Das Mindestgehalt ist der Boden – verhandeln Sie darüber, besonders wenn Sie relevante Weiterbildungen vorweisen können.

Häufig gestellte Fragen

Soll ich ein Foto in den Lebenslauf geben?

In Österreich: ja. Ein professionelles Bewerbungsfoto ist Standard und wird von den meisten Arbeitgebern erwartet. Es sollte aktuell und professionell sein – ein Fotograf kostet 50-100 Euro.

Muss ich mein Alter angeben?

Rechtlich müssen Sie kein Geburtsdatum angeben. In der österreichischen Praxis ist es aber nach wie vor üblich und wird von vielen Arbeitgebern erwartet.

Wie wichtig sind Zeugnisse in Österreich?

Dienstzeugnisse haben in Österreich einen hohen Stellenwert. Sie sind vom Arbeitgeber wohlwollend zu formulieren (gesetzliche Pflicht) und sollten jedem Bewerbungsschreiben beigelegt werden.

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