Bilanzbuchhalter-Lehrgang: Die Königsdisziplin der Buchhaltung

Wer in der Buchhaltung arbeitet, kennt das Ziel: die Bilanzbuchhalterprüfung. Sie ist die höchste nicht-akademische Qualifikation im Rechnungswesen und berechtigt zur selbstständigen Ausübung des Bilanzbuchhaltungsgewerbes nach dem BiBuG (Bilanzbuchhaltungsgesetz). In der Praxis ist der Bilanzbuchhalter ein Garant für solide Karrierechancen und überdurchschnittliche Gehälter.

Was macht ein Bilanzbuchhalter?

Bilanzbuchhalter-Lehrgang: Die Königsdisziplin der Buchhaltung

Bilanzbuchhalter erstellen Jahresabschlüsse, Einnahmen-Ausgaben-Rechnungen und Steuererklärungen. Sie beraten Unternehmen in Rechnungswesen-Fragen und sind die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Steuerberater. Seit dem BiBuG 2014 ist der Bilanzbuchhalter ein eigenständiger regulierter Beruf mit klar definierten Befugnissen.

Voraussetzungen für die Prüfung

  • Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung (Lehre, HAS, HAK) oder gleichwertig
  • Einschlägige Berufserfahrung im Rechnungswesen (je nach Vorbildung 1,5 bis 3 Jahre)
  • Erfolgreiche Absolvierung der Bilanzbuchhalterprüfung bei einer Prüfungsstelle der WKO

Der WIFI-Vorbereitungslehrgang

Das WIFI bietet den umfassendsten Vorbereitungslehrgang an. Er dauert zwei bis drei Semester (berufsbegleitend, meist abends) und umfasst alle prüfungsrelevanten Fächer: Rechnungslegung nach UGB, Steuerrecht, Kostenrechnung und betriebliches Rechnungswesen. Die Kosten liegen bei 3.500 bis 5.000 Euro.

Auch das BFI und private Anbieter bieten Vorbereitungslehrgänge an – die WIFI-Kurse gelten aber als der Standard.

Prüfung und Abschluss

Bilanzbuchhalter-Lehrgang: Die Königsdisziplin der Buchhaltung - illustration

Die Bilanzbuchhalterprüfung besteht aus schriftlichen und mündlichen Teilen. Die Durchfallquote liegt bei etwa 30-40 Prozent – eine gute Vorbereitung ist also entscheidend. Nach bestandener Prüfung können Sie die Gewerbeberechtigung als Bilanzbuchhalter beantragen.

Gehalt und Karrierechancen

Bilanzbuchhalter verdienen in Österreich zwischen 3.200 und 4.800 Euro brutto pro Monat (abhängig von Erfahrung und Region). Selbstständige Bilanzbuchhalter können deutlich mehr verdienen – besonders mit einem Kundenportfolio aus KMUs. Die Nachfrage ist stabil, die Automatisierung betrifft eher die einfache Buchhaltung, nicht die komplexen Aufgaben des Bilanzbuchhalters.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Buchhalter und Bilanzbuchhalter?

Ein Buchhalter führt die laufende Buchhaltung (Belege buchen, Konten abstimmen). Der Bilanzbuchhalter erstellt darüber hinaus Jahresabschlüsse und Steuererklärungen – ein höherer Verantwortungsbereich mit entsprechend besserer Bezahlung.

Wird der Lehrgang gefördert?

Ja, über AMS-Förderungen, Landesförderungen und Bildungskarenz. Die steuerliche Absetzbarkeit reduziert die effektiven Kosten zusätzlich.

Kann ich mich als Bilanzbuchhalter selbstständig machen?

Ja, nach bestandener Prüfung und Beantragung der Gewerbeberechtigung bei der Wirtschaftskammer können Sie als selbstständiger Bilanzbuchhalter arbeiten.

Lesen Sie auch

← Zurück zum Ratgeber

Nützliche Online-Rechner