Werkmeisterschule: Der Karriereschub für Facharbeiter
Für Facharbeiter, die in die mittlere Führungsebene aufsteigen wollen, ist die Werkmeisterschule einer der bewährtesten Wege. In zwei Jahren berufsbegleitend erwerben Sie nicht nur vertiefte Fachkenntnisse, sondern auch betriebswirtschaftliches und führungstechnisches Know-how. Und der Abschluss hat es in sich: Er ist auf NQR-Stufe 5 eingestuft und berechtigt zum Besuch einer Fachhochschule.
Was ist die Werkmeisterschule?
Die Werkmeisterschule ist eine berufsbegleitende Ausbildung für Personen mit abgeschlossener Lehre oder gleichwertiger Qualifikation. Sie dauert vier Semester (zwei Jahre) und findet an Abenden und Samstagen statt. Der Unterricht umfasst sowohl fachspezifische Inhalte als auch Betriebswirtschaft, Recht und Mitarbeiterführung.
Fachrichtungen
Die Werkmeisterschule gibt es in zahlreichen Fachrichtungen:
- Maschinenbau: Die häufigste Fachrichtung
- Elektrotechnik: Stark nachgefragt durch die Energiewende
- Mechatronik: Kombination aus Mechanik, Elektronik und IT
- Bauwesen: Für Facharbeiter in der Baubranche
- Kunststofftechnik: Für die wachsende Kunststoffindustrie
- Installations- und Gebäudetechnik: Heizung, Klima, Sanitär
- Bio- und Lebensmitteltechnologie: Für die Lebensmittelbranche
Voraussetzungen und Kosten
Voraussetzung: abgeschlossene einschlägige Lehre oder gleichwertige Qualifikation. Die Kosten liegen am WIFI zwischen 4.000 und 6.000 Euro für vier Semester. Fördermöglichkeiten: AMS-Bildungskonto, Landesförderungen (besonders OÖ fördert Werkmeisterschulen großzügig), Bildungsteilzeit und steuerliche Absetzbarkeit.
Karrierechancen und Gehalt
WerkmeisterInnen sind am Arbeitsmarkt extrem gefragt. Sie besetzen die Schnittstelle zwischen Produktion und Management – eine Position, die in der Industrie unverzichtbar ist. Das Durchschnittsgehalt eines Werkmeisters liegt in Österreich bei 3.500 bis 4.500 Euro brutto pro Monat. Dazu kommen oft Schichtzulagen und Überstunden.
Der Werkmeister-Abschluss berechtigt außerdem zum Besuch einer Fachhochschule – ein weiterer Karriereschritt ist also möglich.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich die Werkmeisterschule neben dem Job besuchen?
Ja, die Werkmeisterschule ist bewusst berufsbegleitend konzipiert. Der Unterricht findet an zwei bis drei Abenden pro Woche und samstags statt.
Ist der Werkmeister-Abschluss dem NQR zugeordnet?
Ja, der Werkmeister ist auf NQR-Stufe 5 eingestuft. Das liegt über der Lehrabschlussprüfung (Stufe 4) und unter dem Bachelor (Stufe 6).
Kann ich mit dem Werkmeister-Abschluss studieren?
Ja, der Abschluss der Werkmeisterschule berechtigt zum Besuch einer Fachhochschule – entweder über die Studienberechtigungsprüfung oder direkt als Zugangsvoraussetzung (je nach FH und Studiengang).