Quereinstieg: In welchen Berufen klappt es wirklich?

Quereinstieg – das Wort klingt nach Freiheit und Neuanfang. Die Realität ist nüchterner: Nicht jeder Beruf eignet sich für Quereinsteiger, und die Vorstellung, man könne ohne jede Vorbereitung in ein neues Feld wechseln, ist in den meisten Fällen unrealistisch. Was allerdings funktioniert: ein gezielter Quereinstieg mit der richtigen Vorbereitung und Ausbildung.

Berufe mit realistischen Quereinstiegschancen

Quereinstieg: In welchen Berufen klappt es wirklich?

IT und Softwareentwicklung

Die IT-Branche schert sich am wenigsten um formale Abschlüsse. Was zählt: Können Sie programmieren? Verstehen Sie Datenbanken? Können Sie ein Portfolio vorweisen? WIFI-Programmierkurse und Data-Analytics-Lehrgänge bieten solide Einstiegswege. Zeitrahmen: 6-18 Monate.

Pflege

Die Pflegeassistenz-Ausbildung dauert ein Jahr und steht Menschen jeden Alters offen. Die AMS-Pflegestiftung finanziert die Ausbildung komplett. Zeitrahmen: 12 Monate.

Immobilien

Die Immobilientreuhänder-Ausbildung am WIFI dauert ein bis zwei Semester. Quereinsteiger mit kaufmännischer Erfahrung oder Vertriebshintergrund haben gute Chancen. Zeitrahmen: 6-12 Monate.

Digital Marketing

Marketing-Kenntnisse aus anderen Bereichen lassen sich gut transferieren. Ein WIFI-Diplom in Digital Marketing oder Google-Zertifizierungen ergänzen das Profil. Zeitrahmen: 3-6 Monate.

Elektrotechnik und erneuerbare Energien

Die Energiewende schafft Jobs. Mit einer Lehrabschluss-Nachholung und spezialisierten Kursen (Photovoltaik, Wärmepumpen) können Quereinsteiger in die Branche einsteigen. Zeitrahmen: 12-24 Monate.

Berufe, in denen ein Quereinstieg schwierig ist

Regulierte Berufe wie Arzt, Anwalt, Notar, Apotheker oder Steuerberater erfordern ein mehrjähriges Studium und sind für echte Quereinsteiger nicht realistisch. Auch Berufe mit verpflichtender Meisterprüfung (ohne vorherige Lehre) sind schwer zugänglich.

Was Arbeitgeber von Quereinsteigern erwarten

Die Antwort überrascht: Arbeitgeber schätzen an Quereinsteigern vor allem die frischen Perspektiven und die Motivation. Was sie aber auch erwarten: nachweisbare Kompetenzen, nicht nur Begeisterung. Ein Zertifikat, ein Portfolio oder ein Praktikum machen den Unterschied zwischen einem interessanten und einem einstellbaren Quereinsteiger.

Häufig gestellte Fragen

Quereinstieg: In welchen Berufen klappt es wirklich? - illustration

Muss ich einen niedrigeren Gehalt akzeptieren?

Meistens ja – zumindest am Anfang. Quereinsteiger starten oft als Junior oder Trainee. Die gute Nachricht: In Mangelberufen wie IT oder Pflege liegen auch die Einstiegsgehälter über dem Durchschnitt.

Welche Förderungen gibt es für den Quereinstieg?

Das AMS-Bildungskonto, das Fachkräftestipendium und das FiT-Programm (für Frauen) sind die wichtigsten Förderungen. Die Bildungskarenz ermöglicht intensive Ausbildungen.

Wie überzeuge ich einen Arbeitgeber als Quereinsteiger?

Zeigen Sie, was Sie aus Ihrem bisherigen Beruf mitbringen (Transferable Skills), präsentieren Sie Ihre Weiterbildung und bieten Sie an, mit einem Praktikum oder einer Probezeit zu starten.

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